Intensivmedizin

Die interdisziplinäre Intensivstation des St. Elisabeth-Krankenhauses untersteht der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin. In 11 Betten werden jährlich mehr als 1.000 Patienten aller Fachgebiete, Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Innere Medizin mit ihren Teilgebieten Kardiologie, Gastroenterologie und Pulmologie sowie Geriatrie, betreut. Für eine bestmögliche medizinische Versorgung kommen auf der Intensivstation eine Reihe von Überwachungs- und Behandlungsverfahren zum Einsatz. PiCCO, Pulmonal-Arterien-Katheter, TTE dienen der Beurteilung der Herz-Kreislauffunktion. Bei einer Störung der Atemfunktion stehen verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung zur Verfügung: Beatmung über eine Gesichtsmaske (nicht invasiv), über einen Endo-Tracheal-Tubus oder eine Tracheal-Kanäle (invasiv). Ein Luftröhrenschnitt wird nach künstlicher Beatmung vorgenommen, um dem Patienten die Entwöhnung von diesem Behandlungsverfahren zu erleichtern, diese wesentlich zu verkürzen und Komplikationen zu verhindern. Dies ist inzwischen fest etabliert und sicher, der Anästhesist führt diese Behandlung bettseitig durch, während er bronchoskopisch kontrolliert. Bei einer Störung der Nierenfunktion kommt ein Nierenersatzverfahren (kontinuierliche veno-venöse Hämofiltration CVVH, verschiedene Formen der Dialyse) zum Einsatz.

Auf der Intensivstation im St. Elisabeth-Krankenhaus arbeiten Ärzte aller medizinischen Fachgebiete, Pflegekräfte sowie weitere an der Behandlung beteiligten Berufe (Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie) eng zusammen. Der Anästhesist koordiniert die Behandlung der Patienten, während der erstbehandelnde Facharzt weiter das Grundleiden behandelt und bei Bedarf Spezialisten anderer Gebiete hinzuzieht. Dies kam und kommt Patienten mit schweren Verletzungen, nach ausgedehnten Operationen und in hohem Lebensalter durch eine verbesserte Prognose zu Gute.

Intensivüberwachung

Nach großen operativen Eingriffen ist meist eine Intensivüberwachung notwendig. Die medizinische und pflegerische Betreuung auf der Intensivstation geht über das normale Maß hinaus. Patienten, bei denen lebenswichtige Körperfunktionen gefährdet sind, oder die kontinuierlich überwacht werden müssen - durch Pfleger/-innen und Apparate - liegen deshalb auf der Intensivstation. Komplikationen soll so vorgebeugt werden. Dies geschieht zum Beispiel dadurch, dass Herz-Kreislauf-, Atem- und Stoffwechselfunktionen optimiert werden. Aufgrund der Überwachung können krankhafte Veränderungen zudem vorzeitig erkannt und behandelt werden. Der Aufenthalt auf der Intensivstation ist in diesen Fällen meist kurz.

Intensivtherapie

Bei unfallbedingten Mehrfachverletzungen, Herz-, Lungen-, Nieren- oder Leberversagen, Blut- und sonstigen Vergiftungen, schweren Stoffwechselstörungen sowie schweren neurologischen Störungen benötigen die Patienten eine Intensivtherapie. Lebenswichtige Körperfunktionen sind in den genannten Fällen gestört oder ausgefallen. Deshalb müssen sie künstlich aufrecht erhalten werden. Die Intensivtherapie soll das überleben des Patienten ermöglichen. Dies geschieht mit Hilfe hochwirksamer Medikamente und Organersatzverfahren (künstliche Beatmung, Dialyse, Hämofiltration).

Eine schwere Erkrankung oder eine große Operation stellen für den Patienten und seine Angehörigen eine große Unsicherheit und Belastung dar. Ärzte und Pfleger/-innen der Intensivstation stehen für Fragen und Gespräche zur Verfügung und erklären Ihnen die Behandlung und die Abläufe.

Die Besuchszeiten auf der Intensivstation sind von 11:00 bis 12:00 Uhr und von 15:00 bis 18:00 Uhr sowie nach Absprache. Bei dringenden ärztlichen und pflegerischen Behandlungen kann es sein, dass ein Besuch abgebrochen oder verschoben werden muss. Wir bitten um Verständnis. Unmittelbare, dem Personal der Intensivstation bekannte Angehörige erhalten zudem telefonisch Auskunft. Wenn die Familie eine Kontaktperson auswählt, die Informationen erhält, kann diese die Auskünfte weitergeben. Dies vereinfacht die Kommunikation. Verschlechtert sich der Zustand des Patienten, informieren wir Sie jederzeit telefonisch darüber. Da zwischen 7 und 10 Uhr morgens Patientenpflege, interdisziplinäre Visiten sowie Verlegung der Patienten auf die Normalstation stattfinden, ist die telefonische Erreichbarkeit eingeschränkt und Besuche sollten im Anschluss daran stattfinden.

Zur Qualitätssicherung nehmen wir am Krankenhaus-Infektions-Surveillance- System (KISS) des nationalen Referenzzentrums für Survaillance von nosokomialen Infektionen in Berlin teil. Durch die Teilnahme werden Infektionen der unteren Atemwege, Blutstrominfektionen und Harnweginfektionen erfasst. Die von uns übermittelten Daten werden halbjährlich ausgewertet und mit den Daten anderer Intensivstationen verglichen. Dies ermöglicht uns, Risiken zu erkennen und zu beheben.

Bei den speziellen intensivmedizinischen Krankheiten wie Sepsis oder Lungenversagen behandeln wir die Patienten entsprechend der von den Fachgesellschaften erstellten Leitlinien.

Telemedizin in der Intensivmedizin

Seit  2013 wird in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für operative Intensivmedizin an der Universitätsklinik der RWTH  Aachen, Leitung Prof. Dr.med. G. Marx, eine tägliche telemedizinische Visite bei allen intensivmedizinischen Patienten des St. Elisabeth-Krankenhauses abgehalten. Hierbei werden Patientendaten, Befunde wie Laborwerte und  Bildgebung in einer gemeinsamen sogenannten Fallakte dokumentiert und während der Visite besprochen. Über eine hochauflösende Kamera können die Kollegen in Aachen den Patienten sehen und auch kleinste Veränderungen z.B. der Pupillen oder Hautveränderungen beurteilen. Angehörige und Patient können über dieses System regelmäßig in die Kommunikation mit den Kollegen in Aachen einbezogen werden und können diese auch auf einem Bildschirm sehen. Der Vorteil dieser Visiten liegt in der täglichen Zweitmeinung und gegenseitiger Überprüfung von Diagnose und Therapie.