Wenn Karl-Heinz Meißner den jungen Kämpfern beim TuS Aldenhoven wertvolle Tipps geben kann, dann ist er in seinem Element. Und wenn er es ganz anschaulich machen will, geht er in die Hocke, spannt den Körper an, greift zu und legt seinen Trainingspartner aufs Kreuz, wie es gute Ringer nun mal tun. Dass der 67-jährige einstige Bundesliga-Athlet und jetzige Trainer dazu wieder imstande ist, hat er einem operativen Eingriff zu verdanken. Seit Spätherbst des vergangenen Jahres hat Karl-Heinz Meißner ein künstliches Hüftgelenk. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, warum er sich für eine OP im Krankenhaus Jülich entschieden hat und welche Erfahrungen er gemacht hat.
Herr Meißner, gehören Sie zu den Patienten, die umfassend Kliniken vergleichen und Bewertungen studieren, wenn ein wichtiger Eingriff bevorsteht? Oder war Ihnen als Aldenhovener das Jülicher Krankenhaus einfach am nächsten, als Ihre Hüftschmerzen immer schlimmer wurden?
Karl-Heinz Meißner: Es ist sehr gut, dass wir ein Krankenhaus in der Nähe haben, keine Frage. Aber als ich mich wegen einer möglichen Hüftoperation beraten lassen wollte, habe ich mich schon über mehrere Häuser informiert. Ich bin dann auf die besondere OP-Methode AMIS gestoßen, die nur sehr wenige Häuser anbieten. Und was ich dazu und zum Chefarzt Dr. Lörken lesen konnte, fand ich sehr positiv.
AMIS bedeutet, dass das Operationsteam durch einen vorderen Eingang zum Hüftgelenk kommt und nicht wie sonst üblich von der Seite oder von hinten.
Meißner: Genau. Ich hatte gelesen, dass bei diesem Verfahren anders als bei den anderen keine Muskeln und keine Sehnen durchtrennt werden und dass die Patienten dadurch weniger Schmerzen haben und schneller wieder fit sind. Das klang für mich logisch. Dr. Lörken hat mir im ersten Termin alles genau erklärt und ich hatte sofort großes Vertrauen.
Zurecht?
Meißner: Auf jeden Fall. Vor der Operation konnte ich nur noch mit zu vielen und zu starken Schmerztabletten den Tag überstehen. Ich habe meinem Körper viele Jahre lang viel abverlangt – bei der Arbeit im Tagebau und als Leistungssportler mit den Aldenhovener Ringern in der 1. und 2. Bundesliga. Der Verschleiß in der Hüfte kam nicht von ungefähr. Aber wenn ich gewusst hätte, wie gut es mir danach wieder geht, hätte ich mich schon früher für diese OP entschieden.
Wie ging es denn nach der OP weiter?
Meißner: Ehrlich gesagt: Als ich wach wurde, hatte ich gar nicht das Gefühl, dass etwas gemacht worden ist. Ich hatte keine Drainage, keine Schläuche und vor allen Dingen keine Schmerzen mehr. Am Tag der Operation bin ich schon problemlos mit der Physiotherapeutin über den Flur gelaufen, am Tag danach bin ich Treppen gestiegen. Nach fünf Tagen konnte ich schon wieder nach Hause.
Und dann in die Reha?
Meißner: Ja. Als ich dort ankam, haben mich die anderen Patienten erst einmal komisch angesehen. Ich wusste gar nicht, was los war. Bis mir aufgefallen ist, dass ich der einzige ohne Krücken war.
Wie geht es Ihnen heute?
Meißner: Ich bin wirklich komplett schmerzfrei und kann wieder voll am Leben teilhaben. Beim Sport muss ich keine Rücksicht auf das neue Gelenk nehmen. Es ist voll belastbar. Darüber bin ich sehr glücklich.