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Herzschrittmachertherapie

 

Dr. med. Mario Meuser (Oberarzt der Inneren Medizin und Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie) und Dr. med. Michael Lörken (Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie) implantieren Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche moderne Herzschrittmacher. Bei Patienten mit langsamen Herzrhythmusstörungen wird so der körpereigene Zustand sichergestellt oder wiederhergestellt. Ziel der Behandlung ist es, Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und die Langzeitprognose der Patienten mit bradykarden (langsamen) Herzrhythmusstörungen zu verbessern. Einen permanenten Schrittmacher implantieren die Fachärzte in der Regel bei der so genannten symptomatischen Bradykardie. Der Patient leidet dabei unter akuten Beschwerden von Bewusstlosigkeit bis Schwindelattacken. Aber auch Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche profitieren von speziellen Schrittmachersystemen.

 

Diagnose

Zunächst erfolgt eine sorgfältige Analyse der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörungen und der Grunderkrankung in enger Absprache mit dem Hausarzt / der Hausärztin. Um Rhythmusstörungen zuverlässig zu identifizieren, unterzieht sich der Patient einem Langzeit-EKG über 24 Stunden oder bis zu 10 Tage. Legt der Kardiologe Meuser dann fest, dass ein Herzschrittmacher notwendig ist, wählt er das geeignete Schrittmachersystem und den zu programmierenden Schrittmachermodus für jeden einzelnen Patienten nach internationalen Leitlinien aus. Ziel ist es, das normale Leben des Patienten zu erhalten bzw. weitestgehend wiederherzustellen.

 

Behandlung

Das Einsetzen eines Herzschrittmachers geht sehr schnell und dauert meist weniger als eine Stunde: Der Patient erhält eine lokale Betäubung, dann nimmt der Chirurg einen kleinen Hautschnitt, meistens unterhalb des rechten Schlüsselbeins, vor. Den Schrittmacher setzt er unter die Haut in die Hauttasche ein. Nun schieben die Ärzte die Elektroden unter röntgenkontrollierter Sicht durch eine Vene bis in das Herz, wo sie im Herzvorhof oder in der Herzkammer verankert werden. Zunächst überprüfen die Fachärzte, ob die Elektroden funktionieren, dann schließen sie sie an den Schrittmacher an.

 

Nachsorge

In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte der Patient keine größeren Bewegungen mit der Brust- bzw. Armseite machen, in der sich der Herzschrittmacher befindet, da die Elektroden erst einwachsen müssen und sich sonst eventuell verschieben könnten. Erhält ein Patient zum ersten Mal einen Herzschrittmacher, bleibt er zwischen 3 und 10 Tage im Krankenhaus. Die Dauer richtet sich nach dem Befinden des Patienten. Nach 10 Tagen entfernt zumeist der Hausarzt die Fäden im Wundgebiet. Um ein optimales Ergebnis der Schrittmachertherapie zu erzielen, ist nun die sachkundige Nachsorge mit Spezialkenntnissen von hoher Bedeutung. Diese übernimmt meist ein niedergelassener Kardiologe. Diese Nachsorge erfolgt in der Regel alle sechs Monate und umfasst das optimale Anpassen des Schrittmachersystems an den Patienten, die Bestimmung der Energieabgabe, um die längstmögliche Laufzeit des Schrittmachers zu erreichen, und das Erkennen und Beheben von eventuell auftretenden Komplikationen. Der optimal eingestellte Herzschrittmacher arbeitet etwa 6 bis 10 Jahre, bevor die Batterie erschöpft ist. Die Zeitspanne hängt von der Grunderkrankung des Patienten ab. Die Schrittmacherkontrollen bestimmen sehr genau, wann die Batterie erschöpft ist: Wenn es so weit ist, wechseln die Ärzte im Krankenhaus sie, der Patient bleibt für etwa 3 Tage in stationärer Behandlung.

Den ersten Herzschrittmacher implantierte übrigens Ake Senning 1958. Seitdem entwickelte sich die Schrittmachertherapie von einer lebenserhaltenden Maßnahme zu einer differenzierten Therapieform.

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